'Double Leg Takedown im Andyconda Luta Livre

Die Stilart abhängigen, unterschiedlichen Ausführungen des Doubleleg Takedowns führen immer wieder zu Diskussionen.

Wenn ich ein Seminar halte, auf dem Ringer anwesend sind, oder einige Teilnehmer sich bereits für die ringerische Variante des Wurfes interessiert haben, stutzen sie zunächst wenn ich den Bewegungsablauf des Wurfes im Luta Livre erläutere.

Bei uns im Luta Livre wird der DLTD (Doubleleg Takedown) folgendermassen ausgeführt:


Im Detail betrachtet, liegt das Augenmerk auf der direkten diagonalen Linie des Oberkörpers zu den gegnerischen Beinen und der eigenen Beinstellung beim Fassen der Beine.
Der Werfende kniet auf der Seite, auf der er auch seinen Kopf seitlich an den Oberschenkel des Gegners presst.

Diese beiden Bewegungsteile unterscheiden sich vom Wurf der Ringer. Hier wird vor dem TD der Oberkörper durch den Kniegang abgesenkt und es wird das Knie auf der Seite auf den Boden gestellt, auf welcher der Kopf nicht ist, um den Gegner dann auszuheben und abzuwerfen.

Warum aber gleichen sich die Bewegungsausführungen nicht?

Zunächst ist das Ziel des Kampfes in den Stilen unterschiedlich!
Beim Ringkampf soll der Gegner geschultert werden. Im Luta Livre hingegen soll der Gegner in eine Position gebracht werden, in der er kontrolliert wird und schließlich, durch eine finale Technik, zur Aufgabe des Kampfes gezwungen wird.

Den Ringern ist es also mehr oder weniger gleichgültig, wenn sie sich bei dem Wurf zwischen die Beine des Geworfenen begeben (Guard).
Die Guard ist jedoch die Kontrollposition des Untenliegenden. Er kann von hier ausgezeichnete Techniken einsetzen um seinen Gegner zur Aufgabe zu bringen.

Die Guard ist jedoch leicht bei dem ringerischen Takedown zu bekommen, da das aufgestellte Bein dazu einläd es mit den eigenen Füssen zu umklammern.

Im Luta Livre sollte man diesen Weg in die Guard vermeiden!
Hinzu kommt, dass im Luta Livre seit bestehen der Kampfkunst nicht von einem Kampf in Gewichtsklassen ausgegangen wird, sondern vom regellosen Kampf, unabhängig vom Gewicht.

Bei der Luta Livre Ausführung des DLTD kann der Gegner einfach umgelaufen werden, ohne dass die Beine des Werfenden umklammert werden können.
Dies ist besonders bei schweren Gegnern vorteilhaft, da sie nicht erst wie bei der ringerischen Variante ausgehoben werden müssen um anschließend kontrolliert werden zu können.

Die direkte Diagonale im Luta Livre beim Absenken zu den gegnerischen Beinen ist zudem schneller als der Levelchange zum Kniegang, bevor der Griff an den Beinen angesetzt wird, wie die Ringer es demonstrieren.

Auch die Fassart verdient eine detaillierte Betrachtung.
Beim Ringen wird oft nur mit den Händen in die Kniekehlen gefasst und die Schulterachse befindet sich auf Höhe der gegnerischen Hüfte, während sich beim Luta Livre die Schulterachse idealer Weise fast auf Kniehöhe befindet und beide Arme fest und eng die Knie umschließen, so dass diese gegeneinander gepresst werden und der Gegner zwangsläufig "X-Beine bekommt" und somit das Gleichgewicht verliert.

Nach dem Takedown ist im Luta Livre der Kampf nicht vorbei, sondern beginnt gerade erst. Darum wird die Beinumklammerung so lange wie möglich gehalten um somit die gegnerischen Hüftbewegungen ausser Gefecht gesetzt zu lassen.

Mit den Beinen in der Luft können keine der zur Befreiung wichtigen Hüftbewegungen vom Gegner durchgeführt werden.

Erst wenn die Sidemount stabil eingenommen ist und der Kopf umklammert wurde, werden die Beine vollends losgelassen.


Ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Einblick geben, warum wir im LL den Takedown auf diese Art durchführen!


Gruß Andy

 

_____________________________________________________________________________________

 

Zurück